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DOP Originalbeiträge
XXX. Jahrestagung der Deutschsprachigen
Ophthalmopathologen (DOP)
24. und 25. September 2002, Freiburg
Abstossungsreaktion nach Limbustransplantat
Elisabeth M.
Messmer
Augenklinik der Universität, Mathildenstr. 8, 80336 München,
Tel.:089/5160-3811, FAX: 089/5160-5160
e-mail: emessmer@ak-i.med.uni-muenchen.de
Fallbeschreibung
65-jähriger Patient mit atopischer Dermatitis, schwerer atopischer
Keratokonjunktivitis mit persistierendem flachen HH-Ulcus in der unteren
mittleren Peripherie bei Limbusinsuffizienz. Keine Abheilung des Hornhautbefundes
unter lokaler und systemischer antiinflammatorischer und antiallergischer
Therapie sowie Hornhautpflege.
Operation (19.07.00): Superfizielle Keratektomie, allogene Limbustransplantation
180° unten, Amniontransplantation. Postoperativ immunsuppressive Therapie
mit Ciclosporin A und oralen Kortikosteroiden zusätzlich zur Lokaltherapie.
Vier Wochen später zunehmende Dickenzunahme des Limbustranplantats,
Persistenz des Epitheldefektes bei partiell in loco befindlichem Amniontransplantat
und Entwicklung eines Hypopyon [4].
Rückbildung der intraokularen Entzündung unter lokaler Kortikosteroidtherapie
und Antibiose sowie chirurgischer Entfernung des ödematösen
Limbustransplants bei V.a. auf Abstossung.
Histologie
(HE-, PAS-Färbung, Immunhistochemie)
Kollagenes Faserstroma mit teils dichter Durchsetzung durch schmale Kapillaren,
die immunhistochemisch von CD31- und CD34-positivem Endothel ausgekleidet
sind. Herdförmig betont zeigt sich eine mäßig dichte Infiltration
durch lymphozytäre Zellen mit Beteiligung einiger Plasmazellen (CD
138 positiv). Bei den Lymphozyten handelt es sich um B- und T-Lymphozyten
mit einem etwas größeren Anteil an T-Zellen. CD8-positive Zellen
überwiegen CD4-positive Lymphozyten. Stellenweise sind oberflächlich
kleine Anteile eines keratinisierten Epithels ohne Becherzellen erkennbar.
Ein eindeutiges Übergreifen des lymphyzytären Infiltrats auf
das Epithel findet sich nicht. In einigen Schnittstufen befindet sich
ein Fadenrest.
Die immunhistologischen Färbungen mit Antikörpern gegen Cytokeratin
3 und CK19 stehen noch aus.
Diskussion
Die autologe Limbustransplantation wurde von Kenyon und Tseng 1989 als
aussichtsreiche Operation für verschiedene Krankheitsbilder mit Limbusinsuffizienz
beschrieben [1]. Bei Erkrankung beider Augen ist nur die allogene Limbustransplantation
mit postoperativer Immunsuppression und deutlich schlechterer Prognose
durchführbar [2].
Unser 4 Wochen postoperativ entnommenes allogenes Limbustransplantat zeigt
eine auffällige Gefäßneubildung mit herdförmig betonter
gemischt-lymphozytärer Infiltation. Der vorliegende Befund kann im
Sinne einer zellulären Abstossungsreaktion gedeutet werden, es kann
sich jedoch auch um eine uncharakteristische Entzündungsreaktion
handeln.
Daya et al. beschreiben die klinischen und pathologischen Befunde von
vier abgestossenen Limbustransplantaten [3]. Klinisch bestanden eine sektorenförmige,
diffuse oder perilimbale Bindehautinjektion, ein Ödem und Infiltration
des Limbustransplantats mit Epitheldefekten und Keratinisierung der Transplantatoberfläche.
Es zeigte sich eine ausgeprägte lymphozytäre Reaktion mit einer
CD4:CD8 Ratio von 2:1 und einer deutlichen Positivität für HLA-DR.
Das Epithel des Transplantates war hauptsächlich positiv für
CK19, ein Marker für Bindehaut-und HH-Epithelzellen.
Literatur
- Kenyon K, Tseng
SCG. Limbal autograft transplantation for ocular surface disorders.
Ophthalmology 1989; 96: 709-723.
- Tsai RJF, Tseng
SCG. Human allograft limbal transplantation for corneal surface reconstruction.
Cornea 1994; 5: 389-400.
- Daya SM, Bell
RED, Habib NE, Powell-Richards A, Dua HS. Clinical and Pathologic Findings
in human keratolimbal allograft rejection. Cornea 2000; 19: 443-450.
- Messmer EM. Hypopyon
after amniotic membrane transplantation. Ophthalmology 2001; 108:1714
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