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DOP Originalbeiträge
XXX. Jahrestagung der Deutschsprachigen
Ophthalmopathologen (DOP)
24. und 25. September 2002, Freiburg
Veränderungen des Elastins des Tarsus
Dr. Pierre-Yves
ROBERT
CHU Dupuytren, 2 av.
M.L.King, 87042 Limoges, France, Tel (33) 5-55-05-62-31, Fax (33) 5-55-05-62-1,
e-mail: pierre-yves.robert@unilim.fr
co-workers: Ph. Camezind, M.J. Leboutet, J.P. Adenis, E. Bertelmann (BERLIN),
F. Labrousse
Histologie-Nr.:
02.6978
Patient: R.R. geb. 11.01.1940
Hintergrund:
Die normale Lidstellung ist von der Elastizität der tarsoligamentären
Schlinge abhängig. Deren Veränderungen können zu verschiedenen
Pathologien wie Ektropium, Entropium, Ptosis, Lidretraktion und dem "Floppy
eyelid"-Syndrom" führen (1). Letzteres ruft einen chronischen
konjunktivalen Reizzustand hervor, der auf eine Lidfehlstellung während
der Nacht zurückgeführt wird. Das "Floppy eyelid"-Syndrom
wurde mit der obstruktiven Schlafapnoe assoziiert (2, 3), einer Erkrankung,
die wahrscheinlich Folge einer Störung der Elastizität im hinteren
Rachen ist. Ziel dieser Studie ist in diesem Zusammenhang, die Rolle des
Elastins bei Erkrankungen des Tarsus zu untersuchen.
Methoden:
Von 10 Patienten mit "Floppy eyelid"-Syndrom wurden Gewebeproben
aus dem Lid gewonnen, darüber hinaus wurden Gewebeproben von 12 Patienten
mit Liderkrankungen ohne Störung der Elastizität entnommen.
Es wurden histologische Schnitte angefertigt und diese mittels HE Färbung,
Orcein-Färbung und Van Gieson-Färbung untersucht .Weiterhin
wurden elektronenmikroskopische Untersuchungen durchgeführt.
Ergebnisse:
Im normalen Tarsus findet sich das Elastin überwiegend in der Nähe
der Konjunktiva und in der Umgebung der Meiboom-Drüsen. Diese sind
von regulär organisierten kräftigen Fibrillen umgeben, während
das präkonjunktivale Elastin aus dünneren Fibrillen besteht
und diffuser erscheint. Die Dichte des Elastins nimmt mit dem Alter ab.
Beim "Floppy eyelid"-Syndrom ist die Dichte des Elastins erheblich
vermindert. Elektronenmikroskopisch lassen sich zwei Formen des Elastins
darstellen: fibrillär und amorph. Beim "Floppy eyelid"-Syndrom
finden sich keine signifikanten Unterschiede.
Schlussfolgerung:
Die Rolle des Elastins beim "Floppy eyelid"-Syndrom wurde bereits
beschrieben (4). Diese Studie bestätigt, dass die Dichte des Elastins
im Tarsus bei Patienten mit "Floppy eyelid"-Syndrom vermindert
ist. Die Verteilung des Elastins im Tarsus (in der Umgebung der Meiboom-Drüsen
und konjunktiva-assoziiert) lässt auf eine Bedeutung des Elastins
für die Tränensekretion schließen. In einer früheren
Studie wurde bereits angenommen, dass eine Dysfuntion der Meiboom-Drüsen
mit dem "Floppy eyelid"-Syndrom assoziiert sein könnte
(5). Wir vermuten, dass die Bindehautirritationen bei Patienten mit "Floppy
eyelid"-Syndrom eher auf eine Störung des Tränenfilms als
auf eine Lideversion während der Nacht zurückzuführen sind.
Literatur:
- Dufek MA, Shechtman DL: Floppy eyelid syndrome: a diagnostic dilemma.
J Am Optom Assoc 1999;70:450-454.
- Robert PY, Adenis JP, Tapie P, Melloni B: Eyelid hyperlaxity and
obstructive sleep apnea (O.S.A.) syndrome. Eur J Ophthalmol 1997;7:211-215.
- McNab AA: Floppy eyelid syndrome and obstructive sleep apnea. Ophthal
Plast Reconstr Surg 1997;13:98-114.
- Netland PA, Sugrue SP, Albert DA, Shore JW: Histopathologic features
of the floppy eyelid syndrome. Involvement of tarsal elastin. Ophthalmology
1994;101:174-181.
- Gonnering RS, Sonneland PR: Meibomian gland dysfunction in floppy
eyelid syndrome. Ophthal Plast Reconstr Surg 1987;3:99-103.
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