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DOP Originalbeiträge XXVI. Jahrestagung der Deutschsprachigen Ophthalmopathologen (DOP) 17. und 18. September 1998 in Halle Desmoplastisches Spindelzellmelanom des Lides mit orbitaler Invasion S. Dithmar
L.F. Montgomery Laboratory of Ophthalmic Pathology Die 50jährige Patientin bemerkte eine Schwellung unterhalb des medialen Anteils der linken Augenbrauenregion. Die klinische Untersuchung ergab einen 1x1 cm großen Tumor, welcher vollständig exzidiert wurde. Histologisch bestand ein desmoplastisches Spindelzellmelanom mit einer Invasionstiefe von 11 mm. Vier Monate nach der Tumorexzision bemerkte die Patientin eine erneute Schwellung an gleicher Lokalisation, stellte sich jedoch erst einige Wochen später wieder bei ihrem Augenarzt vor. Bioptisch wurde ein Melanomrezidiv festgestellt und es erfolgte die Erstvorstellung der Patientin in der Universitäts-Augenklinik Atlanta. Zu diesem Zeitpunkt bestand eine 5 x 4 cm messende ulzerierende Schwellung im Bereich der linken Augenbraue und Stirn, die den Bulbus nach kaudal verdrängte. Magnetresonanztomographisch zeigte sich eine Tumorausdehnung in die vordere Orbita. Es erfolge die Exenteration. Makroskopischer Befund Das 3,5 x 5,5 x 6,5 cm messende Exenterationspräparat wurde vertikal eröffnet. Es zeigte sich ein weißer Tumor im Bereich des oberen Augenlides mit Ausdehnung in die Orbita. Der Bulbus war unauffällig. Mikroskopischer Befund
Mikroskopisch zeigt sich ein im Durchmesser 2,5 cm messender Tumor im oberen Augenlid mit einer Invasionstiefe von 15 mm. Am Übergang Epidermis/Dermis befinden sich Tumorzellnester bestehend aus Spindelzellen und runden Zellen mit vesikulären Zellkernen und prominenten Nukleoli. Die Epidermis über dem Tumor ist ulzeriert. Das subcutane Gewebe, Muskel und Fettgewebe sind tumorös infiltriert (Clark´s level V). Es besteht eine assoziierte desmoplastische Reaktion. Im Tumorgewebe finden sich zahlreiche Gefäßanschnitte und vereinzelt Mitosen. Stellenweise sind die Spindelzellen Neurom-artig angeordet. Es zeigt sich eine perineurale Invasion von Tumorzellen. Der Bulbus ist unauffällig. Kommentar
Maligne Melanome des Augenlides sind selten und machen weniger als 1 % aller Lidtumoren aus (1). Das durchschnittliche Lebensalter bei Erstmanifestation beträgt 50 bis 60 Jahre (2). Eine Studie zeigte, daß Melanome im Unterlid häufiger auftreten als im Oberlid (2), wohingegen in einer anderen Studie 66% der Melanome im Oberlid lokalisiert waren (3).
Der hier beschriebene Tumor entspricht einer neurotropischen Variante eines desmoplastischen Spindelzellmelanom.
Conley und Mitarbeiter führten 1971 den Begriff desmoplastisches" malignes Melanom (DMM) ein um einen Melanom-Typ mit Spindelzellproliferation und ausgeprägter interzellulärer Kollagenablagerung zu beschreiben, wie er in pigmentierten Läsionen der Kopf und Nackenregion vorkommen kann (4). DMM sind mehrheitlich amelanotisch (6). Reed und Leonard beschrieben eine neurotropische DMM-Variante mit Neurom-ähnlichem Aspekt (5). Die Diagnose einer neurotropischen Variante eines desmoplastischen Spindelzellmelanoms erfordert in der Regel (6):
Aufgrund der ausgeprägten Kollagenkomponente können DMM mit Narbengewebe, Fibromatosis, dermalen fibrösem Histiozytom oder atypischen Fibroxanthom verwechselt werden (6). Sekundäre orbitale Melanome können ihren Ursprung in uvealen, conjunctivalen oder - weniger häufig - in Lidmelanomen haben. Die Prognose ist im allgemeinen schlecht, da der Tumor die Tendenz hat, die knöchernen orbitalen Strukturen zu infiltrieren und hämatogen zu metastasieren. Die Zeitspanne zwischen der Diagnose der orbitalen Beteiligung und dem Auftreten von Metastasen liegt zwischen 0 und 21 Monaten (9). Skelton und Mitarbeiter fanden, daß desmoplastische Melanome möglicherweise ein weniger aggressives biologisches Verhalten haben als konventionelle Melanome (7). Die Therapie sekundärer orbitaler Melanome ist schwierig und mehrere Autoren sehen bezüglich der Prognose keinen Unterschied zwischen einer radikalen operativen Tumoreexzision und einer konservativer Therapie (7). Adjuvante Therapieformen wie Bestrahlung oder Chemotherapie haben sich bisher nicht als hilfreich erwiesen.
Literatur
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