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DOP Originalbeiträge XXVI. Jahrestagung der Deutschsprachigen Ophthalmopathologen (DOP) 17. und 18. September 1998 in Halle Pseudolymphom der Bindehaut bei entzündlicher Mononukleose C. W. Spraul
Universitäts-Augenklinik Histo.-Nr.: 1889 Anamnese: Ein 19-jähriger Patient stellte sich im Juni 1997 an der Universitäts-Augenklinik Ulm mit einer seit einer Woche bestehenden Bindehautschwellung am rechten Auge vor. Gleichzeitig hatte der Patient auch eine schmerzhafte Schwellung von Lymphknoten an der rechten Halsseite bemerkt. Zusätzlich bestanden Halsschmerzen sowie Schluckbeschwerden. Die übrige Augenanamnese war leer und die Allgemein- anamnese war unauffällig. Befunde bei der Erstvorstellung (6/97): Der Visus betrug beiderseits 1,6 und der intraokulare Druck lag bei 16 mm Hg. Es fand sich eine rechtsseitige lachsfarbene Schwellung im Bereich der Bindehaut des inferioren Fornix mit Beteiligung von Plica semilunaris sowie Karunkel. Die übrigen vorderen Augenabschnitte waren regelrecht und reizfrei. Auch die Fundusuntersuchung zeigte keine pathologischenVeränderungen. Die Blutuntersuchung zeigte eine Lymphozytose sowie zytologische Reizformen; der EBV-IgG als auch der EBV-IgM-Titer waren positiv. Verlauf: Innerhalb von 8 Wochen kam es spontan zu einer kompletten Rückbildung des Bindehautbefundes. Mikroskopischer Befund: Unter einem mehrschichtigen nicht verhornendem Plattenepithel findet sich ein dichtes Infiltrat, bestehend aus Lymphozyten, Plasmazellen, Histiozyten sowie Zellen mit großem Kern und prominen- tem eosinophilem Nukleolus. Es finden sich in einem umschriebenen Bereich kleinherdige Nekrosen. Nicht selten finden sich Mitosen in den großen Zellen. Die Gomori-Versilberung zeigt ein feines Netz von Retikulinfasern. Immunhistochemisch zeigt sich eine Expression sowohl von B- als auch T-Zell-Antigenen, sowie Exprimierung des gemeinsamen Leukozytenantigens (LCA). Das Infiltrat zeigt sowohl eine Expression von Kappa- als auch Lambda-Leichtketten. Ein hoher Prozentsatz der Zellkerne des Infiltrates exprimiert den Proliferationsmarker MIP-1. Viele Zellen des Infiltrates sind CD 68 positiv. Vimetin wird teils im Zytoplasma der Zellen exprimiert, daneben findet man es im interstitiellen Bindegewebe. Hauptdiagnosen: Dichtes, proliferationsaktives, gemischtzelliges Bindehautinfiltrat unter Einfluß blastischer Zellformen bei systemischer Mononukleosis infectiosa (EBV-Infektionen). Diskussion: Das Epstein-Barr Virus ist ein DNA Virus der Herpesvirusfamilie. Das Virus kann zur latenten Infektioin von Lymphozyten führen und dadurch eine Proliferation dieser Zellen aufrechterhalten. Das Epstein-Barr Virus wurde erstmals 1968 mit der infektiösen Mononukleose assoziiert. In der Folgezeit wurde es auch mit Erkrankungen wie dem Burkitt Lymphom, dem nasopharyngealen Karzinom, dem Karzinom des Thymus, dem Sjögren Syndrom sowie der rheumatoiden Arthritis in Verbindung gebracht. Die häufigste okuläre Manifestation der Infektion mit dem Epstein-Barr Visus ist eine milde, meist einseitige transiente follikuläre Konjunktivitis. Seltener wurde aber auch über eine Keratitis, Episkleritis, Iritis, Dakryozystitis, Retinitis, Chorioiditis, Neuritis nervi optici, Ophthalmoplegie sowie Parinaudsches Okuloglanduläres Syndrom berichtet. Unsere Patientin zeigte das Bild einer beidseitigen lachsfarbenen bulbären Bindehautschwellung. Ein ähnlicher Befund wurde 1991 von Gardner und Mitarbeiter und 1993 von Urbak berichtet. Das histologische Bild bei unserem Patienten - d.h. ein gemischtzelliges Infiltrat bestehend aus Lymphozyten, Plasmazellen, Histiozyten sowie großen mononukleären Zellen mit prominentem Nukleolus - ist durchaus mit dem vergleichbar wie es von Gardner und Mitarbeiter bei ihrem Patienten gefunden wurde. Auch Urbak fand bei der histologischen Untersuchung das Vorliegen eines dichten lymphozytären Infiltrates assoziiert mit Nekrosearealen, wobei die immunhistologische Untersuchung polyklonale B-Immunoblasten zeigte. Im Gegensatz zu diesen Arbeiten sowie auch unseres Patienten fanden Meisler und Mitarbeiter bei einem Patienten der das Bild eines Parinaudschen Okuloglandulären Syndroms bei Epstein-Barr Virus-Infektion bot, histologisch eine betont perivaskuläre Infiltration sowie eine deutliche Fibrose; daneben zeigten sich große mehrkernige Riesenzellen, welche morphologisch den Reed-Sternberg-Zellen ähnelten. Literatur:
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