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DOP Originalbeiträge XXVI. Jahrestagung der Deutschsprachigen Ophthalmopathologen (DOP) 17. und 18. September 1998 in Halle Ballonzellnävus der Konjunktiva Maike Budde
AUGENKLINIK MIT POLIKLINIK
UNIVERSITÄT ERLANGEN-NÜRNBERG
Anamnese: Eine 19jährige Patientin stellte sich wegen eines Bindehauttumors seit 6 Jahren regelmäßig in der Augenklinik zur ambulanten Kontrolle vor. Die übrige Augenanamnese sowie die Allgemeinanamnese waren unauffällig. Klinischer Befund: Am rechten Auge zeigte sich ein leicht pigmentierter, prominenter, verschieblicher Tumor im nasalen Lidwinkel von ca 2,3x2,5 mm. Visus beidseits 1,0, sonst unauffälliger ophthalmologischer Befund. Im Beobachtungszeitraum von 6 Jahren ergab sich keine Befundänderung. Da sich die Patientin zunehmend ästhetisch gestört fühlte, führten wir ein exzisionelle Biopsie durch. Makroskopischer Befund: Gelblich-bräunliches Gewebsstück der Maße 3x2x1 mm, weich, an den Enden etwas eingerollt. Mikroskopischer Befund: Unter mehrschichtigem nicht verhornenden Plattenepithel mit Becherzellen findet sich in der Substantia propria ein Tumor, bestehend aus großen polyhedralen Zellen mit kleinem, basophilen, hyperchromatischen, zentral lokalisierten Kern, umgeben von einem breiten, schwach eosinophilen, schaumig wirkenden Zytoplasmasaum. Das Zytoplasma zeigt kleine Vesikel. Tiefere Schnitte zeigen einen schmalen Saum charakteristischer Nävuszellen mit kleinen, ovalen bis rundlichen basophilen Kernen und schmalem Zytoplasmasaum, zum Teil Nester formend, welche sich am Rand und oberhalb des großzelligen Tumors befinden. Die polyhedralen Zellen färben schwach positiv mit PAS, in größerer Vergrößerung wird die feingranuläre Zytoplasmastruktur deutlich. Immunohistochemische Färbungen für S-100 sind in den Ballonzellen und in den kleineren Nävuszellen positiv. Polyklonale Antikörper gegen Alpha-1-Antichymotrypsin ergaben nur für die Ballonzellen eine positive Reaktion. Die Immunhistochemie für histiozytäre Marker (CD 68), aktivierte Melanozyten (HMB-45), Pankeratinmarker (Zytokeratin), ist wie für die Färbungen nach Fontana und Masson negativ. Mikroskopische Diagnose: Ballonzellnävus der Konjunktiva Kommentar: Der Ballonzellnävus ist eine ungewöhnliche Variante des Bindehautnävus (3). In der Literatur sind bisher wenige Nävi der Konjunktiva mit überwiegendem Ballonzellanteil beschrieben. Ballonzellen werden auch in blauen Nävi, malignen Melanomen der Haut und Konjunktiva und in Aderhautnävi gefunden (2,4,8). Aus ultrastrukturellen und histochemischen Studien ist bekannt, daß die Vesikel aus Prämelanosomen bestehen (1,8). Die Ballonzellen müssen von lipidbeladenen Histiozyten abgegrenzt werden (Xanthom). Weitere Differentialdiagnosen sind z. B. Granularzelltumore, Talgdrüsenadenome oder Klarzelltumore (5-7). Literatur:
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