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DOP Originalbeiträge XXVI. Jahrestagung der Deutschsprachigen Ophthalmopathologen (DOP) 17. und 18. September 1998 in Halle Melanosis conjunctivae mit Zellatypien - malignes Melanom Goldhahn, A. 1; Taege, C.2; Tost, F.1
1 Augenklinik und 2 Pathologisches Institut 60 bis 75 % der malignen Bindehautmelanome entstehen aus einer epithelialen Melanose mit Zellatypien. Dabei ist die Abgrenzung schwierig und oft nur histologisch möglich. Anamnese und klinischer Befund: Wir möchten über eine 45jährige Patientin berichten, die sich erstmalig 1992 in unserer Klinik vorstellte. Es zeigte sich am linken Auge eine flächige Melanosis der Conjunctiva bulbi unter Einbeziehung der Karunkel und Übergang der Pigmen-tierungen auf die Hornhaut zwischen 6 und 9 Uhr. Aufgrund der nicht sicher auszuschließen-den Wachstumstendenz wurde die Patientin zur Mitbeurteilung an ein Tumorzentrum über-wiesen. Die dort durchgeführte diagnostische Exzision aus der Karunkel zeigte histologisch eine erworbene Melanose mit Zellatypien. Aufgrund dieses histologischen und klinischen Befundes wurde eine Kontaktkryotherapie der pigmentierten Bindehautareale durchgeführt. Verlauf: Kontrolluntersuchungen wurden nicht wahrgenommen. 1996 stellte sich die Patientin wieder vor. Die erneut durchgeführte diagnostische Exzision aus zwei melanomverdächtigen Arealen zeigte jetzt histologisch ein malignes Bindehautmelanom. Erst ein weiteres Jahr später kam die Patientin zur Nachuntersuchung, nachdem sie einen sehr schnell wachsenden subtarsalen Tumor bemerkt hatte. Zu diesem Zeitpunkt zeigte sich das klinische Bild eines fortgeschrittenen Bindehautmelanoms. Im Bereich der gesamten Conjunctiva bulbi und tarsi fanden sich Melanozytenansammlungen mit fast zirkulärem Übergang auf die Hornhaut. Aufgrund der Ausdehnung des Befundes mußte 1997 eine Exenteratio orbitae durchgeführt werden. Eine Ausräumung der regionalen Lymphknoten sowie eine adjuvante Immuntherapie mit Interferon wurden von der Patientin abgelehnt, ebenfalls weitere diagnostische Maßnahmen im Rahmen des Stagings (MRT, Skelettszintigraphie). Nach Versorgung mit einer Epithese ist die Patientin mit dem kosmetischen Ergebnis zufrieden. Diskussion: Eine primär erworbene Melanose mit Zellatypien kann in bis zu 90 % der Fälle in ein malignes Melanom übergehen (4). Der Übergang dauert durchschnittlich 2 bis 3 Jahre, ab einem Zeitraum von 10 Jahren ist das Risiko zur Transformation als gering einzuschätzen (4). Melanomverdacht besteht bei plaqueartiger Verdickung einer Melanose, Änderung der Pigmentierung, stärkerer Entzündungsreaktion, gesteigerter Mitoserate, Hornhautbeteiligung und beim Befall der Fornices, der Karunkel sowie der tarsalen Konjunktiva (6). Als prognostisch ungünstig gelten die bereits erwähnten Lokalisationen, ein multifokales Auftreten, eine große Tumordicke und die Invasion von Lymphgefäßen. Zur Abschätzung des Metastasierungsrisikos kann ein prognostischer Index" aus Tumordicke (mm) und Mitosezahl pro mm² ermittelt werden (1). Die morphologische Interpretation von Bindehautbefunden mit Zellatypien ist schwierig, meist führt erst der klinische und histologische Verlauf zur Diagnose. Als therapeutische Möglichkeiten kommen je nach Größe des Tumors eine ausgedehnte Exzision des Tumors bzw. eine Exenteratio orbitae in Frage. Die Indikation zur Bestrahlung oder Kryotherapie wird heute aufgrund ihrer Komplikationshäufigkeit eher zurückhaltend gestellt (2, 3). Neue Behandlungsmöglichkeiten deuten sich mit Mitomycin C an (5).
Literatur:
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