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DOP Originalbeiträge XXVI. Jahrestagung der Deutschsprachigen Ophthalmopathologen (DOP) 17. und 18. September 1998 in Halle FOKALE KALZINOSE DES LIDES Gesa Astrid Stroman
Universitäts-Augenklinik Klinik: Das hier gezeigte Präparat stammt von einem neunjährigen Jungen, der zur Abklärung eines Tumors im medialen Lidwinkel überwiesen wurde. Entsprechend der Anamnese bestand die schmerzlose Läsion zum Zeitpunkt der Vorstellung bereits ein Jahr mit langsamer Größen- zunahme innerhalb von neun Monaten. Auf eine unter dem Verdacht einer Warzenbildung durchgeführte Kryokoagulation änderte sich der Befund nicht. Die Allgemeinanamnese des Kindes ergab keine Auffälligkeiten insbesondere hinsichtlich einer Stoffwechselstörung oder einer Erkrankung aus dem rheumatologisch-immunologischen Formenkreis. Berichtet wurde eine Pollenallergie mit asthmatischen Beschwerden. Die ophthalmologische Anamnese war ebenfalls unauffällig. Lokalbefund: Tumor im medialen Lidwinkelbereich mit gelblich-weißlichem Aspekt und derber Konsistenz bei freier Verschieblichkeit gegenüber der Unterlage. Der maximale Durchmesser des Tumors betrug 3 mm. Im zentralen Bereich zeigte sich eine verruccöse Oberfläche mit Inkrustationen in Folge artefizieller Blutung. Entzündungszeichen waren nicht nachweisbar. Histopathologische Untersuchung des exzidierten Tumors:
Makroskopisch stellte sich das exzidierte Material als weißlich-bräunliches, festes Gewebsteilchen einer Größe von 6 x 4 x 3 mm dar. Diagnose: Subepidermaler kalzifizierter Knoten. Homogene Kalkablagerungen mit Granula, rundzellige Entzündungsreaktion ohne Riesenzellen. Kommentar: Bei der Calcinosis Cutis werden eine metastatische, dystrophische und eine idiopathische Form beschrieben (6). 1. Die metastatische Form tritt im Zusammenhang mit Erkrankungen auf, bei denen das Serum Ca2+/PO43- Produkt (9, 16) erhöht ist: Hypervitaminose D, Hyperparathyreoidismus, Milch-Alkali Syndrom, paraneoplastische Hypercalciämie, Sarcoidose, und Knochenerkrankungen. Bereits Virchow beschrieb den Zusammenhang zwischen einem Nierenversagen und der Ausbildung einer Calcinosis (14). Diese kann in jedem Organ auftreten, besonders in Lungen, Nieren, Herz, Arterien, Augen und Magen und manifestiert sich somit als systemische Calcinosis bzw. Calciphylaxis. Haut oder Subcutangewebe sind seltener befallen (11). Die Läsionen treten multipel und zumeist in der Nähe großer Gelenke auf (5). 2. Bei der dystrophischen Form findet sich ein normaler Calcium- und Phosphatmetabolismus. Die Calcinosis entsteht auf dem Boden einer degenerativen oder entzündlichen Gewebsveränderung. Diskutiert wird, daß lokale Erhöhungen der alkalischen Phosphatase - Aktivität zur Hydrolyse extrazellulärer Phosphatasen führen könnten, die Calciumablagerungen hemmen. Weitere Ursache könnte darin liegen, daß durch Verletzung und Erhöhung der Membranpermeabilität ein cytosolischer Einfluß von Calcium entsteht mit Überschreitung der Sequestrationsfähigkeit der Mitochondrien und Präzipitation von Calciumphosphat. So wurde eine Calcinosis Cutis in Folge einer parenteralen Verabreichung von Calcium- und Phosphathaltigen Lösungen beschrieben (4). Solitäre bzw. auch multiple Herde einer dystrophischen Calcinosis cutis treten auf im Zusammenhang mit Systemischer Sklerose, CREST, SLE, Dermatomyositis, Pseudoxanthoma elasticum, Ehlers-Danlos-Syndrom, Pilomatrixom und einer subcutanen Fettnekrose. Unterschieden werden eine Calcinosis cutis circumscripta von einer calcinois universalis, die große Areale betrifft und bis in das tiefe Subcutangewebe vordringt (1)
3. Eine primäre Form der Tumorcalcinosis mit bestehender Hyperphosphatämie wird auf einen erblichen Defekt des Phosphat- oder Vitamin D - Stoffwechsels zurückgeführt (10).
Literatur:
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