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DOP Originalbeiträge XXVI. Jahrestagung der Deutschsprachigen Ophthalmopathologen (DOP) 17. und 18. September 1998 in Halle Malignes Melanom der Aderhaut - unerwarteter Verlauf nach Kataraktoperation Frank Wilhelm
Klinik u. Poliklinik f. Augenheilkunde Histo Nr. 212/97 Ophthalmologische Anamnese: Am 26.06.97 stellte sich der 68jährige Patient bei uns vor. Er war bereits in der Klinik bekannt und hatte eine lange ophthalmologische Krankengeschichte:
RA: Rezidivierende Herpeskeratitis seit 1980, 1993 perf. Keratoplastik, kristalline Keratopathie (DOP 1997), beginnende Katarakt, Allgemeine Anamnese: insulinpflichtiger D.m. seit Feb.92, Hüftgelenksendoprothese, Thromboseprophylaxe Heparin,
Ophthalmologischer Befund:
Anteile eines malignen Melanoms, Zellen mit Expression von
HMB 45 , wenige Zellen werden durch MIB 1 markiert.
OP: 21.10.97: Enukleatio Bulbi (Greifswald) Präparat: Bei der Inspektion der Sklera ist makroskopisch kein Anzeichen für einen Tumordurchbruch erkennbar. Die Kalottierung des Bulbus erfolgt in 6°°/12°° Richtung, ausgehend vom hinteren Pol zwecks Entnahme der IOL. Außen zeigt sich der Sklera aufgelagert am Äquator das Cerclageband. Im Ziliarkörperbereich ist ein fleischiger, makroskopisch kaum pigmentiert erscheinender Tumor zu erkennen. Peripher davon ist die Netzhaut abgehoben. Insgesamt ist die gesamte Aderhaut verbreitert und dunkel pigmentiert. Histologie: Die oberflächlichen Schichten der Hornhaut sind völlig regelrecht. Das Endothel erscheint partiell rarefiziert und einzelne sowie Gruppen melaninbeladener Zellen an der Hornhautrückfläche aufgelagert. Die Sklera ist zirkulär nach außen hin intakt. Die gesamte Aderhaut ist durchdrungen von Melanomzellen des Epitheloidzelltyps, welche im Verlauf von Gefäßen auch tiefere Skleraanteile erreichen. Außerhalb des Bulbus bzw. epibulbär sind diese melaninbildenden Zellen nicht zu finden. Die Netzhaut ist zum Teil in Ihrer Schichtung unregelmäßig und verdünnt sowie abgehoben und durch amorphes, deutlich eosinophiles Material (subretinale Flüssigkeit) von der Aderhaut distanziert. Eine Perforation der Netzhaut oder der Bruchschen Membran durch den Tumor ist nicht auszumachen. Bei den Melanomzellen handelt es sich nahezu ausschließlich um Epitheloidzellen, wobei relativ wenige Kernatypien bzw. Mitosefiguren auszumachen sind. Der Tumor enthält ausgedehnte Areale von Melaninansammlungen. Die Tumorzellen infiltrieren - destruieren den gesamten Ziliarkörper bis in die Iris hinein - bis zum Pupillarsaum reichend. Die explantierte PMMA-Intraokularlinse wurde separat fixiert und ebenfalls mittels HE angefärbt. Die gesamte Optik und die Haptik waren zum Teil dicht von Melanomzellen besiedelt. Histologische Diagnose: Malignes Melanom der Uvea, alle 3 Anteile der Gefäßhaut einbeziehend mit Sklerainfiltration - eine Skleraperforation ist in den vorliegenden Schnitten nicht zu erkennen, jedoch auch nicht mit Sicherheit auszuschließen. Postoperativer Verlauf: 11 Monate postoperativ zeigt der Patient kein Anzeichen für ein Rezidiv. Am verbleibenden rechten Auge wurde inzwischen eine Kataraktoperation durchgeführt. Kommentar: Der klinische Verlauf zeigt, daß trotz verbesserter Möglichkeiten der Diagnostik die sichere Diagnosestellung bei einem malignen Melanom der Uvea nicht immer frühzeitig realisierbar ist. Eine Besiedlung des Pseudophakos durch Melanomzellen ist bisher in der Literatur nicht beschrieben worden. Die Tatsache, daß sich Melanomzellen auch im Vorderabschnitt finden, sollte bei der Entscheidung zur Verwendung von Hornhauttransplantaten von enukleierten Melanomaugen berücksichtigt werden! Literatur:
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