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DOP Originalbeiträge XXVI. Jahrestagung der Deutschsprachigen Ophthalmopathologen (DOP) 17. und 18. September 1998 in Halle Angiomyolipom der Orbita Ph. de Gottrau
Policlinique d'Ophthalmologie Ophthalmopath. Nr. OP 39/93
Vorgeschichte Seit einem Jahr beklagte sich ein gesunder 62-jähriger Patient über einen zunehmenden Exophthalmus links, ohne Diplopie. Gleichzeitig hat sich eine Stenose des Tränensackes entwickelt. Mit Hilfe eines CT wurde eine Masse an der medialen Wand der Orbita entdeckt. Man entschloss sich, diesen Tumor chirurgisch zu entfernen. Makroskopischer Befund Bräunliches Gewebestück mit Dimensionen von 20 x 13 x 13 mm. Der Schnitt zeigt eine gelbliche Farbe. Histopathologische Befunde: Das Gewebestück zeigt kein oberflächliches Epithel außer ganz peripher ein kleines Stück Tränenwegsepithel. Der Tumor setzt sich aus reifem Fettgewebe, zahlreichen, teils dickwandigen Gefäßen und zwischengelagerten Bündeln aus spindelförmigen Zellen mit zentral angeordneten, zylindrischen Kernen zusammen. Eine dünne fibröse Kapsel liegt um den Tumor. Keine Atypie und keine pathologischen Mitosefiguren sind erkennbar. Diskretes fokales entzündliches Infiltrat (Lymph- und Plasmazellen). Thrombose eines Gefäßes. Positivität für Vimentin, alpha 1 glatt Muskel, Negativität für Desmin, HMB-45, Faktor VIII, Protein S-100. Diagnose Angiomyolipom der Orbita Diskussion Angiomyolipome sind seltene gutartige Tumoren, die als Hamartom betrachtet werden. Keine bösartige Transformation ist bisher bekannt. Die meisten Fälle sind in den Nieren beschrieben, obwohl einige in der Leber und noch seltener im Mediastinum, Herz, männlichen und weiblichen Genitalien, Haut, nasaler und oraler Höhle entdeckt wurden. Obwohl es eine gewisse Verbindung zwischen tuberöser Sklerose und Nierenangiomyolipom gibt, ist diese Beziehung bei anderen Lokalisationen nicht vorhanden. Bis jetzt wurde kein Fall in der Orbita beschrieben. Extra-renale Lokalisationen betreffen besonders ältere Männer (durchschnittlich 55 Jahre, Ratio Männer-Frauen 12:2). Histopathologisch zeigen die Myozyten in extrarenaler Lokalisation eine bessere Maturität und weniger Pleomorphismus; immunohistochemisch gibt es keine Positivität für HMB-45. Differentialdiagnostisch kommen besonders Angiolipom und Angioleiomyom vor. Die ersten zeigen keine zahlreichen Fasern glatter Muskulatur, die zweiten nur seltene Fettzellen und befinden sich fast immer in der Haut der Beine. Literatur
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