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DOP Originalbeiträge XXVII. Jahrestagung der Deutschsprachigen Ophthalmopathologen (DOP) am 21. und 22. September 1999, Universitäts Krankenhaus Eppendorf Malignes Melanom der Plica Frank Wilhelm
Klinik u. Poliklinik f. Augenheilkunde Histologischer Befund: An den Schnittflächen findet sich ein relativ kompakter knotiger Bezirk, der überwiegend aus epitheloiden/polygonalen Zellen besteht. Diese Zellen weisen z.T. deutlich ausgeprägte Nukleoli aus. Mitosen sind kaum erkennbar. Soweit beurteilbar, ist der Tumor zur Tiefe hin durch Infiltrate entzündlicher Zellen und zur Oberfläche und seitlich durch typisches, becherzellenhaltiges Bindehautepithel begrenzt. Oberflächlich ist das Epithel teilweise atrophisch arrodiert. In den Seitenbereichen weist der Tumor Areale mit zystischen Hohlräumen auf, welche von spindelzellförmigen Zellgruppen umlagert sind. Einzelne und Gruppen von Melanophagen imponieren. Immunhistochemie: S 100 - deutliche Expression im Bereich des Tumors, HBM 45 - im Bereich der Spindelzellen deutlich positiv, im Bereich der ballonierten/ epitheloiden Zellen partiell positiv, Cd 56 (neuronales Zelladhaesionsmolekül, NCAM) ebenfalls deutlich positiv, MIB - in ca. 30 % des Zellbildes positiv bei fokal wechselndem Befund Kommentar: Sowohl das histologische Bild als auch die immunhistochemischen Untersuchungen bestätigen den klinischen Verdacht eines malignen Melanoms der Karunkel (6). Der Patient wird derzeit in Zusammenarbeit mit den Dermatologen nachbetreut (1). Ein Tumorstaging wurde durchgeführt. Es zeigen sich keinerlei Anzeichen für ein Rezidiv bzw. Metastasierung. Für die Entstehung maligner Melanome der Bindehaut werden vorbestehende Naevi gerade im Lidspaltenbereich als Ausgangspunkt angenommen (4). Damit stellt die Plica semilunaris eine Prädilektionsstelle dar. Anamnestisch war bei diesem Patienten kein Pigmentfleck im nasalen Lidwinkel bekannt. Melanome der Plica von dieser Größe sind relativ selten und bei der guten Sichtbarkeit dieser Tumoren gerade im jugendlichen Alter des Patienten von der Größenausdehnung her ungewöhnlich. Deshalb kann davon ausgegangen werden, daß der Tumor erst wenige Wochen bestanden hatte. Bei malignen Melanomen der Haut z. B. im Extremitätenbereich wird bei entsprechendem Dickenwachstum neuerdings die selektive Exstirpation der regional drainierenden Lymphknoten empfohlen (3). Dies ist aufgrund der regionalen Lymphabflußwege im Kopfbereich bei Prozessen in der Orbita nur bedingt übertragbar. Die Tumordicke und Lokalisation sind als Risikofaktoren für die Metastasierung zu betrachten (2,5). Da die Entfernung des Tumors bei anamnestisch kurzem Verlauf im gesunden Gewebe erfolgte, ist bei adäquater Nachbetreuung die Prognose im Falle unseres Patienten durchaus als gut anzusehen. Literatur
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