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DOP Originalbeiträge XXVII. Jahrestagung der Deutschsprachigen Ophthalmopathologen (DOP) am 21. und 22. September 1999, Universitäts Krankenhaus Eppendorf Lidmanifestation der Fokalen Muzinose Gesa Astrid Stroman
Universitäts-Augenklinik Diskussion: Auf Grund des Bestehens einer solitären Läsion im Bereich der oberen Dermis, die mehrere Areale mit einer muzinösen Substanz sowie Bindegewebsfasern und Fibroblasten aufweist, erfolgte die Einordnung der dargestellten Läsion in den Formenkreis der Muzinosen. Diese sind charakterisiert durch eine abnorme Ablagerung von Muzin innerhalb der Dermis und der Subcutis. Ursächlich ist eine ätiologisch ungeklärte, exzessive Produktion durch eventuell proliferierende Fibroblasten anzunehmen. Unter diese Entität werden eine Vielzahl von Gewebsstörungen subsummiert, primäre Formen (z. B. generalisiertes oder lokalisiertes Myxödem, papuläre Muzinose, kutanes (Angio)-myxom, kutane fokale Muzinose) werden von sekundären Manifestationen infolge Trauma, Bindegewebserkrankungen oder Neoplasmen unterschieden. (4, 5, 11, 8). Den kutanen Muzinosen können auch die bekannten Ganglien bzw. myxoiden Zysten an der Hand zugerechnet werden (4). Im vorliegenden Fall kommen die kutane fokale Muzinose (CFM) und das kutane Myxom (CM) differentialdiagnostisch in Frage. Die CFM tritt als einfacher Knotem vor allem im Gesichtsbereich, Stamm und Extremitäten auf. Innerhalb der oberen und mittleren Dermis finden sich Areale mit fragmentiertem Kollagen, ersetzt durch Mucin. Die Läsion ist nicht eindeutig abgrenzbar. Elastische und Retikulinfasern finden sich nur in geringen Mengen oder fehlen. Aufgrund der sehr hohen Wasserbindungskapazität von Hyaluronsäure ist die Läsion stark wasserhaltig, so daß sie schwach oder gar nicht anfärbbar ist (4, 5, 11). Die PAS-Färbung liefert ein negatives Ergebnis. Histochemisch verlaufen die Färbungen auf kolloidales Eisen und Alzianblau (pH 2,5) positiv, die Reaktion wird nach Vorbehandlung mit Hyaluronidase negativ. In den beschriebenen Läsionen läßt sich Hyaluronsäure sowohl extrazellulär in den Gewebszwischenräumen als auch in Form kleiner Tröpfchen innerhalb des Cytoplasmas der Fibroblasten nachweisen (4). Immunhistochemisch zeigt sich eine positive Anfärbbarkeit durch Vimentin, die mit der Zahl der fibroblastenartigen Zellen korreliert. Dendritische Zellen machen nur einen geringen Anteil der Läsion aus, wie immunhistochemische Untersuchungen mit CD 34 und Faktor XIIIa zeigen konnten (11). Allerdings konnten innerhalb einer solitären muzinösen Läsion bizarrkonfigurierte Fibroblasten nachgewiesen werden, die Faktor XIIIa positiv reagierten und somit von dendritischen Zellen abstammen (10). Im Unterschied zur CFM ist die CM keine reaktive sondern eine primär neugebildete Läsion. Die CM ist gut abgegrenzt und reicht bis in die Dermis, entsteht aber in der Regel nicht dort. Sie besteht in einem sehr gefäßreichen muzinösen Stroma vergesellschaftet mit einem ausgeprägten Retikulinfasernetz und stern- oder spindelförmigen Fibroblasten (8). Immunhistochemisch zeigt sich ebenfalls eine positive Anfärbbarkeit durch Vimentin sowie fokal ein positiver Nachweis auf glattmuskuläres Aactin. Bemerkenswert ist, daß das Auftreten multipler kutaner Myxome mit ausgeprägter vaskulärer Komponente im Zusammenhang mit systemischen Erkrankungen beobachtet wurde. (In diesem Zusammenhang sei auf den Carney Komplex verwiesen, der den dominant erblichen Komplex von Myxomen (Herz, Haut) und gleichzeitig auftretenden hormonellen Störungen zusammenfaßt (9).) Einige Arbeitsgruppen beszeichnen die CFM und GM als Varianten eines Krankheitsbildes (1, 8) andere beschreiben CFM und GM auf Grund der klinischen und histologischen Unterschiede als voneinander verschiedene Krankheitsbilder (1, 9). Der Tumor bei o.g. Patienten entspricht vom klinischen Aspekt und der Morphologie her am ehesten der erstmals von Johnson und Helwig beschriebenen fokalen Muzinose (4, 7). Mitteilungen über entsprechende Veränderungen im Lidbereich konnten wir in der ophthalmologischen Literatur nicht ausfindig machen. Curtis beschreibt skleral lokalisierte Ablagerungen von Muccopolysacchariden, die an das Erscheinungsbild der fokalen Muzinose erinnern (3). Im Gegensatz zu den Erfahrungen von Johnson und Helwig, die nach chirurgischer Exzision einer fokalen Muzinose bei 14 Patienten kein Rezidiv beobachteten, besteht bei o.g. Patienten eine Rezidivneigung, wobei zu berücksichtigen ist, daß die vorausgegangene Exzision eventuell inkomplett war. Mehrfach wurde das muzinbildende Karzinom der Schweißdrüsen an den Lidern beobachtet (12). Dieses scheidet bei o.g. Patienten aber wegen des geringen Alters und der fehlenden epithelialen Tumorzellen aus. Gegen einen anderen, malignen myxoiden Tumor, wie z.B. die myxoide Variante des Rhabdomyosarkoms (Sarcoma bot-ryoides) oder das maligne myxoide fibröse Histiozytom spricht bei o.g. Patienten der benigne Aspekt der Fibrozyten (6). Eine mitunter vorkommende muzinöse Umwandlung eines primär neu-rogenen Tumors ist angesichts der negativen S100-Immunhistologie auszuschließen (4). Die fokale Muzinose des Lides, die, wie o.g. Patient zeigt, mögli-cherweise angeboren sein kann, scheint ausgesprochen selten zu sein. Sie sollte trotzdem in die Differentialdiagnose eines lange bestehen-den, asymptomatischen Lidtumors einbezogen werden. Literatur
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