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DOP Originalbeiträge XXVII. Jahrestagung der Deutschsprachigen Ophthalmopathologen (DOP) am 21. und 22. September 1999, Universitäts Krankenhaus Eppendorf Retinoblastomregression nach primärer Chemoreduktion Nikolaos E. Bechrakis
Augenklinik, Universitätsklinikum Benjamin Franklin Mikroskopisch: Die Hornhaut, Vorderkammer, Iris und Linse sind altersentprechend unauffällig. Im hinteren Augenabschnitt findet sich die makroskopisch beschriebene diffuse Tumorzellinfiltration der gesamten Netzhautzirkumferenz, die zum größten Teil aus noch vital erscheinenden Retinoblastomzellen besteht. In der nasalen äquatorialen Region findet sich der Hauptanteil des Tumors mit der höchsten Prominenz. Der Tumor ist gut differenziert, es finden sich multiple Flexner-Wintersteiner-Rosetten, sowie mehrere Pseudorosetten welche Tumorgefäße umgeben. Der Tumor ist in diesem Bereich sowohl endo- als auch exophytisch. Im Bereich der Tumorspitze zeigt sich eine noch vitale Glaskörperaussaat mit einigen beigemischten Erythrozyten. In der anterioren Hälfte des nasalen Tumorknotens findet sich eine stark verminderte Anzahl von Mitosen und die Zellgrenzen erscheinen aufgelockert. Über der gesamten Netzhautzirkumferenz sind abgesiedelte Retinoblastomzellnester über der Netzhaut zu erkennen. Weiterhin besteht eine diffuse exophytische Wachstumstendenz des Tumors über der gesamten Zirkumferenz. Im Bereich der Papille findet sich eine perivaskuläre Infiltration um die Arteria und Vena centralis retinae, es läßt sich jedoch keine intravasale Infiltration nachweisen. Die Infiltration innerhalb des Nervus opticus beschränkt sich auf den prälaminaren Bereich. Schnitte durch den distalen Nervus opticus beinhalten keine Tumorzellinfiltration. Eine Aderhautinfiltration läßt sich ebenfalls nicht nachweisen, es bestehen lediglich einzelne degenerierte Tumorzellnester unter dem retinalen Pigmentepithel ohne Durchbruch durch die Bruch'sche Membran. Immunhistochemie: Die Färbungen mit den Proliferationsmarkern PC10 (PCNA) und MIB1 (Ki-67) zeigen, daß sich innerhalb der stärker vaskularisierten Areale des Tumors ca. 90% der Zellen in einer Proliferationphase befinden. Etwa die Hälfte des gesamten Tumorvolumens läßt sich durch die Proliferationsmarker nicht anfärben. In diesem Areal finden sich auch keine Mitosen. Diagnose Partielle Regression eines endo-/exophytischen Retinoblastoms, nach primärer Chemotherapie. Kommentar In den letzten Jahren hat sich die primäre Therapie beim bilateralen Retinoblastom durch die Entwicklung neuer chemotherapeutischer Regime gewandelt. Insbesondere nachdem publiziert wurde, daß die perkutane Bestrahlung der Orbita zu einer 6-fachen Erhöhung des Risikos der Entwicklung sekundärer Weichteilmalignome im Bestrahlungsfeld führt ADDIN ENRfu [1] , wird in den meisten Zentren nunmehr bei fortgeschrittener Erkrankung primär eine Chemotherapie durchgeführt ADDIN ENRfu [2-6] . Primäres Ziel ist nicht die komplette Tumorzerstörung, sondern die Tumorreduktion, so daß die residualen Tumore einer lokalen Therapie mittels Laserkoagulation, Thermotherapie oder Brachytherapie ohne wesentliche Nebenwirkungen auf die Visusprognose zugänglich werden ADDIN ENRfu [7] . Dieser Fall dokumentiert die Fähigkeit der primären Chemotherapie eine deutliche Tumorreduktion zu initiieren, zeigt jedoch gleichzeitig, daß die Regression nur partiell ist und weiterer Behandlung bedarf. Es ist noch abzuwarten, ob die primäre Chemotherapie ihrerseits zur Entwicklung sekundärer System-erkrankungen führen wird, es wird jedoch erwartet, daß die Nebenwirkungen geringer ausfallen werden als jene nach perkutaner Radiatio. Literatur
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