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DOP Originalbeiträge
XXVII. Jahrestagung der Deutschsprachigen Ophthalmopathologen (DOP)
am 21. und 22. September 1999, Universitäts Krankenhaus Eppendorf
HPV 20-, HPV 23- und HPV DL332-positives, solitaeres Syringom der Lidkante
A. Assadoullina
Augenklinik mit Poliklinik des Universitäts-Krankenhauses Eppendorf,
Martinistr. 52,
D-20251 Hamburg
Klinische Vorgeschichte:
Ein 57-jaehriger Patient stellte sich vor mit 10-jaehriger Anamnese eines sehr langsam wachsenden, roetlichen Oberlidtumores in der Mitte des Lidrandes rechts, mit der Groesse 6x4,5mm. Die Laesion wurde klinisch als Papillom diagnostiert. Nach der Exzision des Tumores wurde die Biopsie halbiert, um eine Haelfte histologisch und eine andere Haelfte virologisch untersuchen zu koennen.
Mikroskopischer Befund:
Dicht nebeneinander liegende Knoten mit mehreren zystisch ausgeweiteten Schweissdruesenformationen, das Stroma teils fibrosiert, teils myxoid aufgelockert. Wulstig aufgeworfenes Plattenepithel an der Oberflaeche.
Histologische Diagnose:
Syringom der Lidkante.
Nachweisverfahren für HPV in der Probe und virologischer Befund:
Die Untersuchung der Biopsie erfolgte in der Abteilung für Tumorvirus-Charakterisierung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg. Zum Nachweis einer HPV-Infektion wurde DNA aus der Gewebeprobe extrahiert und für die "nested" PCR-Amplifikation HPV spezifischer Sequenzen eingesetzt. Die PCR Produkte wurden kloniert, sequenziert und einem Vergleich mit bekannten HPV DNA Sequenzen unterzogen. Mehrere verschiedene HPV-DNA-Sequenzen wurden identifiziert: HPV 20 in einem Klon, HPV 23 in 9 Klonen und DL 332 (HPV 5 - verwandt) in einem Klon.
Kommentar:
In dem Syringom des Lidrandes des hier vorgestellten Patienten wurde HPV 20-, HPV 23- und DL332-nachgewiesen.
Infektionen mit humanem Papillomavirus (HPV) kommen kutan sowie an der Mukosa vor und koennen fuer eine Entartung von Zellen mitverantwortlich sein.
Das Syringom ist ein haeufiger Tumor der Schweissdruesen im periokulaeren Bereich bei jungen Frauen, wobei solitaere Syringome sehr selten vorkommen. Die Pathogenese des Syringoms ist nicht ganz geklärt (1). Eine maligne Entartung dieses primär gutartigen Tumors ist aus seltenen Fällen bekannt(2). Ein Fall eines ekkrinen syringoiden Karzinom mit HPV 5-Nachweis wurde bei einem Patient beschrieben (3).
Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass HPV auch in der normalen Epidermis gefunden werden kann (4); daneben ist aber auch ein kausaler Zusammenhang zwischen Entartung von Zellen und HPV-Infektion (besonders bei zusaetzlicher UV-Einwirkung) in epidemiologischen und in vitro Studien gezeigt worden (5,6).
Literatur
- Henner MS, Shapiro PE, Ritter JH, Leffel DJ, Wick MR. Solitary syringoma. Report of five cases and clinicopathologic comparison with microcystic adnexal carcinoma of the skin. Am J Dermatopathol 1995; 17(5):465-470.
- Martorina M, Capoferri C, Dessanti P. Chondroid syringoma of the eyelid. Int Ophthalmol 1993; 17(5): 285-288
- Beaulieu P, Blanchet.Bardon C, Breitburd F, Verola O, Favre M, Dubertret L. Epidermodysplasie verruciforme et carcinome syringoide eccrine. Ann Dermatol Venerol 1993, 120:833-835.
- Astori G, Lavergne D, Benton C, Höckmayr B, Egawa K, Garbe C, de Villiers EM. Human papillomavirus are commonly found in normal skin of immunocompetent hosts. J Invest Dermatol 1998; 110:752-55
- Boshart M, Gissmann L, Ikenberg H, Kleinheinz A, Scheurlen W, zur Hausen. A new type of papillomavirus DNA, its presence in genital cancer biopsies and in cell lines derived from cervical cancer. EMBO J 1984;3:1151-1157.
- Dürst M, Dzarlieva-Petrusevska RT, Boukamp P, Fusenig NE, Gissmann L. Molecular and cytogenic analysis of immortalized human primary kerotinocytes obtained after transfection with human papillomavirus type 16 DNA. Onkogene 1987; 1:251-256.
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